Hannah Arendt, Wahrheit und Politik
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Die moderne Geschichte ist voll von Beispielen, denen die einfache Berichterstattung als gefährlicher und aggressiver empfunden wird als feindliche Propaganda. Mit anderen Worten: Das in der Politik so wichtige Unterscheidungsvermögen zwischen Freund und Feind kann nicht mehr funktionieren.
Hannah Arendt, Wahrheit und Politik
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Der Wahrheit ist mit dem Lügner besser gedient als dem Verlogenen, der auf seine eigenen Lügen hereingefallen ist.
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Auch in Ländern, in denen die Staatsmacht die Nachrichtenverbreitung noch nicht monopolisiert hat, sorgen gigantische Interessenorganisationen dafür, dass sich eine Art von Staatsräson-Mentalität, die früher nur die Außenpolitik bestimmte, sich weiter Schichten der Völker bemächtigt.
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Was haben Stasi, Atomwirtschaft und Musikindustrie gemeinsam? Sie haben ihre Leute in der Regierung plaziert.
Berthold Seliger (Im Newsletter 7/2012)
Und wie der Historiker immer geneigt sein wird, von Freiheit nicht allzu viel zu halten, so wird der Politiker immer dazu neigen, es mit der Wahrheit nicht genau zu nehmen und mit Tatbeständen nach Belieben umzuspringen.
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Darin liegt vielleicht das Geheimnis, um gewählt zu werden. Um sich in alle Richtungen drehen zu können, ohne dass es allzusehr bemerkt wird, ist es doch das beste, rund zu sein, nicht wahr? Nun, Chevalier ist rund, glitschig, glasig wie ein Meeraal, in gewisser Weise ein Meisterwerk.
Fred Vargas, Das Orakel von Port-Nicolas (1996)
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Wir haben Anweisung, der Regierung nicht in den Rücken zu fallen. Wenn wir dagegenschreiben, schaden wir uns, wenn wir schweigen nützen wir der Regierung.
Erich Kästner, Fabian - Die Geschichte eines Moralisten (1931)
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Da sind ein paar Arschlöcher ganz oben, Die können mit dir machen, was sie wollen. Sie können dir befehlen: Du bist ab jetzt Soldat, und schon schläfst du wie ein Schwein mit zwanzig anderen zusammengepfercht. Und wenn dir einer befiehlt: In den Dreck mit der Schnauze, friss die Scheiße, grab dich in die Latrine ein, dann ist das ein Befehl. Du führst ihn aus, denn sonst wirst du erschossen. Und dort drüben, diese und diese Leute, die knallst du ab, die lässt du an Giftgas ersticken, die mordest du hin. Erstechen, in die Luft sprengen - alles ist erlaubt. Und du musst das machen. Dafür bekommst du einen Orden. Und wenn du dich weigerst, stellen sie dich an die Wand. Morden und morden. Sie halten sich die Menschen wie Hunde und hetzen sie aufeinander, und wem mehr Menschen übrigbleiben, der hat gesiegt. Das ist Politik.
Janosch, Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben (1994)
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"Glauben Sie mir, mein Lieber, was wir hinzudichten, ist nicht so schlimm wie das, was wir weglassen." Und dabei strich er wieder eine halbe Seite aus dem Text der Kanzlerrede heraus. "Man beeinflusst die öffentliche Meinung mit Meldungen wirksamer als durch Artikel, aber am wirksamsten dadurch, dass man weder das eine noch das andere bringt. Die bequemste öffentliche Meinung ist immer noch die öffentliche Meinungslosigkeit."
Erich Kästner, Fabian - Die Geschichte eines Moralisten (1931)
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No, I saw the bible as a literary masterpiece, but literature all the same; and Christianity owed its rules and regulations to politics more than anything else, while filling pews with uncertainty and fear. Substitute the Torah, the Koran, the Bhagavad-Gita, a synagogue, a mosque, a temple, for all the above and the formula worked perfectly. All of the bloodletting and chaos, the devotion and beauty, martyrdom, and even charity could be reduced to a simple formula of politics and fear.
Gloria Naylor, Mama Day (1988)
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People like to see a king uncrowned, like to see a thoroughbred racehorse beaten when he's running at the top of his form and has outrun everything in sight. They wanted to see demonstrated right before their eyes that there was no such thing as invincibility, wanted to see that the king, the top dog, the best man, has a flaw, can be beaten like them, is vulnerable like them, can be defeated, unfrocked, uncrowned, knocked down, and thus brought right down to their level.
Ann Petry, The Narrows (1953)
When he finished with the front page, he straightened up for a moment, thinking that the news didn't vary much from month to month, from year to year. [...] The Democrats were peevishly blaming the Republicans for the state the country was in; and the Republicans were peevishly blaming the Democrats for the same thing.
Ann Petry, The Narrows (1953)
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Woman writers have to meet many of the same problems that beset Americans. They too are conscious of their own peculiarities as a sex; apt to suspect insolence, quick to avenge grievances, eager to shape an art of their own. In both cases all kinds of consciousness - consciousness of self, of race, of sex, of civilization - which have nothing to do with art, have got between them and the paper.
Virginia Woolf
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