John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Sie lebten sehr lange. ... Sie waren unglücklich, verbittert und unzufrieden, und doch klammerten sie sich mit erstaunlicher Verbissenheit an die letzten armseligen Reste ihres Lebens und starben erst nach langem Ringen mit dem Tod.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Selbst Rheumatismus war begehrenswert als Preis für die große Weisheit des hohen Alters.
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Die Jugend war nur ein unbeholfenes täppisches Vorspiel zum vorzüglichen Alter. Die Jugend sollte an nichts anderes denken als an die Verehrung und Rücksichtnahme, die dem Alter gebürte. Abdereseits schuldete das Alter der Jugend nichts, nicht einmal etwas Höflichkeit.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Es ist noch nicht lange her, als sie in Arizona eine Frau hängten und das Seil ihr den Kopf glatt vom Rumpf riss. Wenn so etwas passieren würde? ... Das könnte ich nie mehr vergessen. ... Und Sie haben selber gesagt, manchen Leuten wird es schlecht und manche werden ohnmächtig. Ich weiß, warum. Weil diese Leute sich vorstellen, sie würden selber mit dem Seil um den Hals am Galgen hängen. Sie empfinden genau das, was der Mann am Galgen empfindet. Ich habe es selber auch schon getan. Ich habe mir eingebildet, ich würde in vierundzwanzig Stunden gehängt. Das ist wie der stärkste Alpdruck der Welt.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
Mir scheint, ein gutes Ding oder ein gütiges Ding muss sehr groß sein, um am Leben zu bleiben. Kleine gute Dinge werden immer von den bösen k l e i n e n Dingen zerstört. Selten ist etwas Großes giftig oder trügerisch. Aus diesem Grund ist im menschlichen Denken Größe ein Attribut von Güte und Kleinheit von Schlechtigkeit.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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In jenen Tagen war Junius verwirrt und ratlos. Er gab alles, was er hatte, die einzigen Schätze, die er besaß, aber dem Tode gegenüber waren sie machtlos. Er wusste von vorneherein, dass sie machtlos sein würden, und das war um so schrecklicher für ihn.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Die Zukunft war ein angenehmer und sonniger Nachmittag.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Als Richard Whiteside, Anno 50, in den Westen kam, prüfte er die Möglichkeit der Goldgräberei und verwarf dann den Gedanken, sich damit eine Existenz zu schaffen. 'Die Erde gibt nur eine Goldernte', sagte er. 'Wenn diese eine Ernte unter tausend Pächtern aufgeteilt wird, ernährt sie keinen sehr lange. Das ist eine unkluge Art zu wirtschaften.'
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
In seinem Unglück wollte er sich an einem dunklen Ort, wo ihn niemand sehen konnte, verkriechen.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
Die Leute im Tal erzählten sich viele Geschichten über Junius. Manchmal verabscheuten sie ihn mit dem merkwürdigen Hass, den fleißige Leute für faule empfinden, und manchmal beneideten sie ihn wegen seiner Sorglosigkeit; oft aber hatten sie Mitleid mit ihm, weil er so planlos in den Tag hineinlebte. Niemand hätte je daran gedacht, dass er zufrieden war.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Eine Zeitlang hungerten sie in grimmigem Martyrium, aber am Ende siegte das Fleisch. Sie waren zu dick und zu munter, um sich einer unreligiösen Sache wie der des Essens zu Märtyrerinnen zu machen.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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Es ist eine seltsame Sache, dieses Kennen. Es ist eigentlich nichts als ein Wahrnehmen von Einzelheiten. Es gibt weitsichtige Geister und kurzsichtige. Dinge, die mir nahestanden, habe ich nie wirklich sehen können. So ist mir zum Beispiel der Pantheon viel vertrauter als mein eigenes Haus dort drüben.
John Steinbeck, Das Tal des Himmels (1969)
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